Zu zweit allein? Hans Jellouschek in hr2 – Der Kaperbrief October 8th – October 16th

By sirfrancisuk

Hans Jellouschek hat “in dreißig Jahren therapeutischer Arbeit mit Paaren erfahren, was diese tun können, damit ihre Liebe auch über die Jahrzehnte lebendig bleibt”. Im Gespräch mit Doris Weber, hr2-Sendung ” Doppelkopf “ (2. Hörfunkprogramm im Hessischen Rundkunk, 16.10.2006, 12h und 23h) blättert der Fachmann für Existenzfragen der Paarbeziehung, das ganze Kaleidoskop der Voraussetzungen, Bedingungen, Begleiterscheinungen und Vorstellungen davon auf, wie ein glückliches Miteinander gelingen kann.
Im Hörfunkgespräch in hr2 am Mittag wird deutlich, dass Jellouschek sich tatsächlich sehr gut auskennt, wenn es um die aktuellen Fragen des privaten Zusammenlebens in unserer Gesellschaft geht.

Die Kunst, verbindlich zu werden” (Wer bin ich für den Anderen?, Zusammenstehen), die Fähigkeit, im eigenen Leben Platz zu schaffen für den Partner (Wer mit dem Blick nach rückwärts lebt, ist nicht wirklich frei für den Anderen, Versöhnung mit dem eigenen Leben), die Partnerin/ den Partner als kleinen Jungen bzw. kleines Mädchen kennen lernen (Aus der eigenen Kindheit erzählen und persönliche Empfindlichkeiten verstehen, Intimität zulassen)… Hans Jellouschek zeigt, wie eine gute Partnerbeziehung aufgebaut und ggf. in der Krise erneuert oder vielleicht sogar “repariert” (Red., Der Kaperbrief) werden kann.

Kann man oder frau sich auch dann “gemeinsame Sinnwelten” und “Lebensperspektiven” schaffen, wenn die Kinder aus dem Haus gegangen und erwachsen sind? Können sich wiederholende und regelmäßig auftretende Situationen der Enttäuschung (”Frust” in der Beziehung) Anlass sein, eine Paartherapie zu probieren? – Der Fachmann Jellouschek empfiehlt uns, den Versuch zu wagen. Allerdings warnt er auch vor Partnerschaften, die von vornherein mit einem “Ja,aber”-Vorbehalt begonnen haben und sich leicht zur einseitigen Ausbeutung hin entwickeln können, wenn in der Paarbeziehung das Gefühl für Gerechtigkeit zu schwach ausgebildet ist.

(Weitere Stichworte zum Thema: Geben und Nehmen, Autonomie und Bindung, Nähe und Distanz, Intimität und Freiheit, Toleranz und Anpassung).

Bücher von Hans Jellouschek:

Die Paartherapie -
Eine praktische Orientierungshilfe
Kreuz-Verlag 2005

Liebe auf Dauer
Die Kunst, ein Paar zu bleiben
Kreuz-Verlag 2004

Warum hast du mir das angetan?
Untreue als Chance
Piper 2003

Tagebuch 15.10.2006 – “Maritime Taskforce” III: Bundesmarine beginnt den Nahosteinsatz

Oktober 15th, 2006

“Dass Regierung und Parlament in der repräsentativen Demokratie Deutschlands dem Wähler politisch immer drei Schritte voraus sind, darf gutwillig angenommen werden, so lange die Politik aus Berlin Erfolg hat. Im (Zu-) Stimmungstief des Herbst 2006 allerdings können sich nur wenige dafür begeistern, dass die Bundesrepublik noch eine weitere Auslandsaufgabe – diesmal als Hilfspolizist im Nahen Osten – übernommen hat. *** “Ist der Einsatz deutscher Soldaten im Nahost-Konflikt richtig?” hat der private Fernsehsender > n-tv < heute (15.10.2006) seine Zuschauer gefragt und 11 % haben „ja“ gesagt. Immerhin 89% der Befragten sind dagegen und haben „nein“ gesagt. *** Was wäre wohl aus dem Nahosteinsatz der Bundesmarine geworden, wenn wir nach Schweizer Modell direkt über das Thema abgestimmt hätten?(Quelle: news-online.de)

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Tagebuch 8.10.2006 – Kommunikation, Aufklärung, Vernunft? – Was den Dialog der Kulturen voranbringt…

Oktober 8th, 2006

“Fundis aller Religionen vereinigt Euch! Warum sind Religionen so empfindlich? Was haben wir angesichts der Renaissance des Religiösen zu erwarten?” In der Sendung “horizonte” des hr-Fernsehens aus Frankfurt am Main vom 7.10.2006 diskutierte Meinhard Schmidt-Degenhard mit dem Islamologen Prof. Bassam Tibi und dem Publizisten und langjährigen hr-Redakteur Wilhelm von Sternburg über die angemessene Reaktion auf die aktuelle Diskussion über Karikaturenstreit, Papstrede, IDOMENEO-Inszenierung in Deutschland.

Ist die Zeit der Aufklärung zu Ende? Werden jetzt alle ökonomischen, politischen und sozialen Konflikte und Entwicklungsdefizite auf der Welt wieder in einen Streit der Religionen umgewandelt? Dass die Politik eher zur Dämonisierung als zur Lösung der kulturellen Unterschiede und Gegensätze beiträgt, dass die aktuellen Probleme und Fragen – vom Terrorismus über den Nahostkrieg bis zu Integration und Islamunterricht – zur Zeit “religionisiert” werden (Bassam Tibi) – darüber bestand in der engagierten Diskssion der drei Experten Einigkeit.

Was hilft, ist nach Meinung von Schmidt-Degenhardt, Sternburg und Tibi das Festhalten am “Primat der Vernunft”, am interkulturellen Diskurs, an den Werten und Errungenschaften der europäischen Aufklärung (>> Lessing, Red. Kaperbrief) , die auch für die Entwicklung der islamischen Gesellschaften grundlegend wichtig bleiben. Entscheidend sei die Erkenntnis, dass Religion und Vernunft keine Gegensätze sind – weder für den gläubigen Christen noch für den frommen Moslem.

Außerdem: Der Friede beginnt da, wo wir die Position, Einstellung und Weltsicht des anderen kennenlernen, verstehen und akzeptieren lernen, ohne sie selbst übernehmen zu müssen. Kommunikation geht vom Denken des anderen aus, wenn der Dialog beginnt. (c) sfu 2006 Stephan Fröhder

Quelle: http://www.hr-online.de hr-online.de

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